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Image of Badsnacks performing

Klangfusionen und -experimente: Finde mit Bad Snacks deine Stimme

Produzentin und Multi-Instrumentalistin Bad Snacks spricht über das Mischen von Genres, die Fähigkeit kreativ zu bleiben und künstlerische Fehlschläge positiv anzunehmen.

Lerne Bad Snacks kennen – eine Multi-Instrumentalistin und Musikproduzentin, die die Grenzen zwischen ihren unzähligen musikalischen Einflüssen aufweicht – von Klassik bis Hip-Hop. In den sozialen Medien hat Bad Snacks eine prominente Stimme, die eine engagierte Gemeinschaft von Produzenten/Produzentinnen und Musikfans gleichermaßen unterrichtet, Livestreams auf Twitch durchführt und unzählige Videos für mehr als 100.000 Abonnenten auf YouTube erstellt.

Bad Snacks vereint auf ihren hochgelobten Alben „Neat Tape 1“, „Neat Tape 2“ und „Bathtub Bumps“ Elemente aus unterschiedlichen Genres zu einzigartigen und experimentellen Klängen – ein Ergebnis ihrer prägenden musikalischen Einflüsse. „Ich denke, mein ‚Sound' ist eine Synthese vieler Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin, und der Musik, die ich aktuell höre“, erklärt sie. „Ich bin damit aufgewachsen, klassische und keltische Volksmusik auf meiner Geige zu spielen. Es hat lange gedauert, herauszufinden, wie diese Ideen zusammenwirken.“

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Bad Snacks, die teils durch elektronische Fusion-Musik der LA-Beat-Szene beeinflusst wurde, versuchte, die von ihr geliebten zeitgenössischen Klänge von Elektronik und Beats mit jener Musik zu verbinden, mit der sie aufwuchs. Und so erschuf sie eine einzigartige und ganz individuelle Mixtur.

„Mit der Entscheidung, Musik zu machen, die eher der Art von Musik ähnelte, die ich hörte, geriet ich in eine ‚selbstunterrichtende' Denkweise. Ich transkribierte zahlreiche Hip-Hop-Tracks und lernte gleichzeitig, wie Synthesizer funktionieren. Ich denke, mein Sound verändert sich ständig, weil das Experimentieren für mich als Künstlerin ziemlich wichtig ist. Jedes Mal, wenn ich eine neue Technik erlerne, entwickelt sich auch meine Musik ein bisschen fort.“

 

„Ich denke, mein Sound verändert sich ständig, weil das Experimentieren für mich als Künstlerin ziemlich wichtig ist. Jedes Mal, wenn ich eine neue Technik erlerne, entwickelt sich auch meine Musik ein bisschen fort.“

 

Bad Snacks gibt an, dass ihre musikalischen Einflüsse von Künstlern stammen, die „organische Klänge schätzen, ein Klangbild malen, die es aber auch richtig krachen lassen können“. Sie nennt Künstler wie Flying Lotus, TOKiMONSTA, Kaytranada, J Dilla, Teebs, Kilamanzego, Disclosure, Bibio und Omari Jazz als prominente Elektronik- und Hip-Hop-Produzenten, deren Klanggemälde sie inspirieren.

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Ihre klassische Musikerziehung beeinflusst dabei ebenfalls ihre Herangehensweise an die elektronische Musikproduktion und die Beatprogrammierung in positiver Weise. So erhält sie eine einzigartige Perspektive, wenn sie Klassik mit zeitgenössischer Inspiration kombiniert. „Mein klassischer Hintergrund beeinflusst meine Musik vermutlich in der Art und Weise, wie ich Melodien, Streicher-Arrangements und Dynamik im Allgemeinen angehe“, erläutert sie. „In Bezug auf meine Herangehensweise an eine Produktion und die Beat-Programmierung hat dieser Hintergrund beeinflusst, wie ich verschiedene Stimmen arrangiere, sie miteinander sprechen lasse, und wie ich üppige Klangtexturen baue. Diese habe ich in der Musik, mit der ich aufgewachsen bin, stets bewundert.“

 

„Mein klassischer Hintergrund beeinflusst meine Musik vermutlich in der Art und Weise, wie ich Melodien, Streicher-Arrangements und Dynamik im Allgemeinen angehe […] Ich denke, dieser Hintergrund hat konkret beeinflusst, wie ich verschiedene Stimmen arrangiere, sie miteinander sprechen lasse, und wie ich üppige Klangtexturen baue. Diese habe ich in der Musik, mit der ich aufgewachsen bin, stets bewundert.“

 

Streicher kommen bei den Aufnahmen von Bad Snacks prominent zum Einsatz und bilden auf den Tracks einen aufregenden Gegensatz zu den kräftigeren elektronischen Texturen. Während der Komposition nähert sich Bad Snacks jedem Song anders, um Wiederholungen in ihrer Musik zu vermeiden. Ganz gleich, ob es sich um die eingesetzten Instrumente handelt oder wie sie mit dem Aufbau eines Tracks beginnt. „Mein kreativer Einstieg verändert sich ständig, weil ich einen routinemäßigen Ansatz vermeiden möchte. Dennoch ist es üblich, dass ich einen Track mit dem Schlagzeug beginne und ich mich dann entsprechend der Anforderungen der Musik weiter fortbewege“, erklärt sie.

Was die technische Ausstattung angeht, hängt diese von den Anforderungen für den jeweiligen Track ab. Sie besitzt jedoch einige wichtige Werkzeuge für die Studioproduktion. „Meine Grundnahrungsmittel sind Ableton, mein MIDI-Controller, ein Novation Launchkey 49, mein Peavey-Bass und meine Violine. Ich besitze eine Reihe analoger Synthesizer, die ich verwenden werde. In letzter Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass Software-Synthesizer oftmals außerordentlich einfach zu optimieren und zu bearbeiten sind.“

Im Online-Bereich ist Bad Snacks dafür bekannt, ihr Wissen über elektronische Musik und die Produktion auf YouTube, Instagram und Twitch mit starkem Fokus auf Bildung zu teilen. Dabei versetzt sie sowohl neue als auch erfahrene Produzenten und Produzentinnen in die Lage, ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Ableton-zertifiziert mit jahrelanger Performance- und Bühnenerfahrung - ihr mangelt es nie an Expertise, wenn sie ihr Wissen in Bezug auf Musikproduktion und Komposition teilt. „Es sind Dinge, die ich oftmals mit meinen Schülern teile. Das Transkribieren ist die Königsdisziplin“, beginnt sie, „insbesondere für die Liedform, das Arrangement und die Schlagzeugmuster. Das zu tun, hat die Spielregeln für mich völlig verändert.“

 

„Die Klangauswahl kann definitiv ein starkes Mittel zum Ausdruck der künstlerischen Stimme sein. Ich habe jedoch auch festgestellt, dass man bei Aufgaben, bei denen man Patches oder One-Shots verwenden muss, die man normalerweise nicht auswählen würde, wirklich zu hören beginnt, was die eigene musikalische Persönlichkeit ausmacht.“

 

Weiter erklärt sie, dass das Experimentieren mit verschiedenen Klängen bei der Produktion bislang unbekannte Seiten der Musikalität hervorbringen kann. „Die Klangauswahl kann definitiv ein starkes Mittel zum Ausdruck der künstlerischen Stimme sein. Ich habe jedoch auch festgestellt, dass man bei Aufgaben, bei denen man Patches oder One-Shots verwenden muss, die man normalerweise nicht auswählen würde, wirklich zu hören beginnt, was die eigene musikalische Persönlichkeit ausmacht.“

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Zu den vielleicht schwierigsten Herausforderungen, denen Künstler begegnen, gehört die Komplettierung des Songs und der Versuch, den perfekten Song zu erschaffen. Bad Snacks kennt das nur allzu gut und begegnet dem Problem mit einem einfachen Gedanken, den sie stets im Hinterkopf behält. „Ein veröffentlichter unvollkommener Song ist besser als ein unveröffentlichter perfekter Song! Nicht unbedingt im Sinne der Veröffentlichung eines Albums oder eines anderen öffentlichen Projekts, sondern einfach als Erkenntnis, dass ein Song fertig ist und man sich dem nächsten widmen kann. Viele Menschen werden durch Perfektionismus gelähmt.“

 

„Ein veröffentlichter unvollkommener Song ist besser als ein unveröffentlichter perfekter Song! Nicht unbedingt im Sinne der Veröffentlichung eines Albums oder eines anderen öffentlichen Projekts, sondern einfach als Erkenntnis, dass ein Song fertig ist und man sich dem nächsten widmen kann. Viele Menschen werden durch Perfektionismus gelähmt.“

 

Dieses Streben nach Perfektionismus ist für die meisten schwer fassbar. Anstatt ein potenziell unerreichbares Ziel zu verfolgen, konzentriert sich Bad Snacks darauf, inspiriert zu bleiben und Kreativität zu praktizieren – als Methode, um sich bei der Komposition und Musikproduktion ständig zu verbessern. Gleichzeitig gilt es zu akzeptieren und damit einverstanden zu sein, dass es auch Zeiten gibt, in denen man nicht inspiriert ist.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass man nicht immer inspiriert sein muss und es sehr wohl in Ordnung ist, kreative Einbrüche zu haben. Diese Zeit kann genutzt werden, um so viele andere Dinge zu tun – das Leben ein wenig auszukosten, Erfahrungen zu sammeln oder auch um Skalen oder andere rudimentäre Dinge zu üben, die nicht unbedingt kreative Energie erfordern.“

Bad Snacks weist weiter auf die Bedeutung von Ruhe und Auszeiten für die Kreativität hin. „Ich musste viele Pausen einlegen. Und wenn ich mir diesen Freiraum gebe, kehrt die Inspiration typischerweise in großen Wellen zurück. Abgesehen davon ist Beständigkeit eine echte Superkraft, wenn es darum geht, den eigenen Sound zu verbessern und zu entwickeln. Selbst wenn du nicht inspiriert bist, hilft es dir, neue Klänge für Synthesizer zu erstellen oder in einen Drum-Groove einzutauchen. Wenn du das konstant tust, wird es dir enorm helfen.“

 

„Beständigkeit eine echte Superkraft, wenn es darum geht, den eigenen Sound zu verbessern und zu entwickeln. Selbst wenn du nicht inspiriert bist, hilft es dir, neue Klänge für Synthesizer zu erstellen oder in einen Drum-Groove einzutauchen. Wenn du das konstant tust, wird es dir enorm helfen.“

Hier erfährst du mehr über Bad Snacks: Instagram, YouTube, Twitter and Twitch.

 

Words: Zainab Hassan