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Novation Off-grid Beats

Unsere beliebtesten Off-Grid-Beats

Von J Dilla bis zu den Beastie Boys: Novation-Mitarbeiter teilen ihre Favoriten

Bitte verstehe uns nicht falsch, Quantisierungsraster sind großartig. Mit mechanischen Rhythmen, die sich über einen 4/4-Takt starr an einen festen Rahmen halten, wurde unglaubliche Musik erschaffen. Allerdings geschieht etwas Magisches, wenn die Dinge beginnen, aus der Struktur des Rasters zu driften. Ein menschliches Element schleicht sich ein – Unvollkommenheiten, die weniger generisch klingen – und so entsteht ein Groove.

Off-Grid-Beats sind mehr als Swing-Rhythmen. Sie bieten berechnete Abweichungen vom normalen Taktraster und platzieren Beats in markanter Weise auf und um dieses Zeitraster herum. Gleichzeitig sind sie aber keineswegs neu oder einzigartig im Einsatz mit maschinell generierter Musik. Im Funk ist das Konzept des Zusammenspiels mit bewussten Schwankungen im Mikrotiming entscheidend für die Art und Weise, wie der Groove getragen wird – wie man sich bewegt und auf die Musik reagiert (The Pocket). Erweiternd dazu kann sich "die Eins" (der erste Schlag im Takt) vom wahren Beginn eines Zyklus zu einer weiter entfernten Position bewegen! (Sieh dir unseren Beitrag über "The Pocket" hier an).

Du fragst dich vielleicht, warum wir uns so für Off-Grid-Beats begeistern. Nun, wir haben an einigen Updates für Launchpad Pro MK3 gearbeitet, die es einfacher denn je machen, sich von den Beschränkungen des streng rasterbasierten Musizierens zu befreien. Mit dem Firmware-Update v1.2 für Launchpad Pro [MK3] kannst du ohne Quantisierung aufnehmen, wodurch sich diese ausdrucksstarken Beats deutlich einfacher programmieren lassen. (Klicke hier, um die neuen Funktionen kennenzulernen).

Jetzt hast du im Wesentlichen verstanden, was wir meinen, wenn wir von Off-Grid-Beats sprechen. Und hier sind einige unserer Favoriten, zusammengestellt von Novation-Mitarbeitern aus aller Welt.

 

 

Chairlift / Ch-Ching

Ich bin derzeit völlig besessen vom Groove des Titels "Ch-Ching" von Chairlift. Der Track ist enorm ansteckend und die Produktion wirklich einzigartig. Das Intro beginnt mit hart im Stereopanorama verteilen Saxophonharmonien, die ein fast triolisches Tremolo spielen. Dann beginnt die Strophe mit einem langsamen Akzent bei 88 BPM, der meiner Nackenmuskulatur durch seinen triolischen 32tel-Shuffle stets eine echte Trainingseinheit abfordert. Caroline Polachseks Stimmphrasierung ist pure Perfektion. Ich kann nicht aufhören, ihr zuzuhören.
Justin Foster 

 

Phonon / Polyriddim

Ja, die Melodie dieses Dubstep-Tracks ist zumeist ein 7/4-Takt. Und ab Minute Eins driftet es ins Unfassbare ab. Ich glaube, es handelt sich um verrückte, verschachtelte Tupel-Rhythmen, bei denen sich ein Fünfling in einer Dreiergruppe verbirgt, oder sich andere absurde Rhythmen wie 11 in 9 Tupel mit anderen Tupeln ineinander verschachteln, völlig übergeschnappt.

Hier ist ein Video von jemandem, der gelernt hat, auf einem echten Schlagzeug zum Notenblatt zu spielen: https://youtu.be/xv05y31U1p4?t=789

Technisch betrachtet ist das alles noch sehr "im Raster". Aber ich glaube, dass der hier ablaufende rhythmische Wahnsinn, dem Ganzen ein Off-Grid-Gefühl verpasst.

Adam Able

 

Tom Misch & Yussef Dayes / The Real

Dieser Track ist wunderschön, mit einem Sample aus dem Aretha Franklin Titel "The Real", ergänzt um den Vibe von Yussef Dayes am Schlagzeug und dem cremigen Gesang und der Gitarre von Tom Misch. Yussef spielt einen wirklich chillig-jazzigen Beat, der regelrecht süchtig macht. Die Produktion von Tom Misch, der stark von J Dilla beeinflusst ist, ist schlichtweg auf den Punkt. Vom anfänglichen Filtersweep auf dem Schlagzeug bis zur Mischung der wallenden Gitarren mit dem metronomartigen Schlagzeug. Das ist ein verdammter Leckerbissen für die Ohren!
Stephen Button

 

Frits Wentink / Writs Fentink

Der Produzent Steve Mensink operiert unter dem Namen Frits Wentink aus Holland. Frits veröffentlicht auf Wolf Music, Heist und seinem eigenen Label Bobby Donny. Er ist der Don der schrägen House-Musik. Er produzierte Lo-Fi-House, noch bevor man es überhaupt so bezeichnete.

Dieser kurze Track entstammt dem Album Rarely Pure, Never Simple und ist ein Meisterwerk des Wonk. Stark gesättigtes Schlagzeug und Bässe mit einer eklatanten Missachtung jedes Metrums für die Snares und Hihats. Der Beat oszilliert zwischen geschobenen und vorwärts driftenden Elementen, als wäre die Zeit selbst mit einem LFO versehen worden. In Verbindung mit frei fließenden Jazz-Klavier- und Saxophon-Samples wird der schwindelerregende Effekt bis zur einer Perfektion im Vollrausch verstärkt.

Chris Calcutt

 

Samiyam / Rollerskates 

Dies ist mein liebster Off-Grid-Beat, der so gar nicht funktionieren dürfte! Das Timing wird durch die Akkorde zusammengehalten, wobei das Schlagzeug und der Bass um diese herum fallen. Er ist sehr schief, hat aber immer noch einen Groove, der zum Kopfnicken animiert. Ich habe diesen Track erstmals auf dem Album Five Years of Hyperdub2 gehört, als ich in einem Musikgeschäft gearbeitet habe und es dort gespielt habe. Ein Kunde beschrieb es ziemlich treffend: "Klingt wie ein Sequenzer, der eine Treppe herunterfällt". Und das fasst diesen Drumgroove eigentlich perfekt zusammen!
Danny Nugent

 

Ting Dun / Ocean Wisdom ft. Method Man

Ting Dun stammt vom Album Wizville von Ocean Wisdom mit einer Kombination aus großen Boom-Bap-Drums und schnellem Förderström - ein Wizzy-Klassiker, mit dem er sich auszeichnet. Kombiniert man dies mit einem Hip-Hop-Königsbeitrag von Method Man, erhält man einen Track, der Wizzys technisches Können und Prahlerei am Mikro zeigt. Gleichzeitig zieht man den Hut vor dem Hip-Hop der 90er-Jahre mit einem Beat, zu dem man nur mit dem Kopf nicken kann.
Harvey Lo

 

J Dilla, Common & D’Angelo / So Far To Go

Ich weiß, dieser Track ist eine offensichtliche Wahl. Aber es ist einfach schwer, dieses Trio zu übertreffen. Einzeln betrachtet phänomenale Talente finden hier zu einem kraftvollen, aber dennoch filigranen und emotionalen Track zusammen, der den Off-Grid-Stil verkörpert. Ich habe mich hierfür entschieden, weil der Beat so einfach wie möglich ist - eine Bassdrum auf der Eins und Drei, die Snare auf der Zwei und Vier – aber mit so viel Stimmung, dass man nicht anders kann, als den Hals zu beugen. Abgesehen von der Simplizität des Beats liebe ich die abgehackten Klavier-Riffs, die deutlich aus dem Raster fallen, aber gleichzeitig exakt an der richtigen Stelle stehen. Ruhe in Frieden, J Dilla.
Chris Mayes-Wright

 

Burial / Untrue

Dieses ganze Album liegt so neben dem Raster, dass es in einer Videobearbeitungssoftware gemacht wurde, die noch nicht einmal ein Raster bietet! Ich denke, dass viele der Hihat- und Percussion-Samples aus Videospielen entnommen gerissen wurden (wie z. B. herunterfallende Patronen und andere SFX). Auch die Vocals stammen durchweg von Leuten, die Coverversionen auf Youtube singen, was 2007 noch ziemlich neuartig war.
Adam Able

 

Meshell Ndegeocello / Come Smoke My Herb

Für mich geht es in vielen Fällen weniger um den Beat. Oft ist der Takt auf den Punkt, wenn auch ziemlich entspannt. Wichtig ist vielmehr die Interaktion mit dem Bass, wenn dieser deutlich hinter besagtem Beat liegt. Das Album Voodo von D'Angelo ist ein weiteres Paradebeispiel hierfür: ?uestlove spielt entspannt aber in time, während Pino Palladino weit hinter ihm spielt. Meshell tut dasselbe bei diesem Track. Der Beat selbst ist ziemlich auf den Punkt, aber der Bass zieht ihn spürbar zurück. Ich nehme an, dass dies aus der Sicht des Beats nicht unbedingt außerhalb des Rasters liegt. Betrachten wir aber die Rhythmusgruppe ganzheitlich, ist doch deutlich off-grid.
Simon Poulton

 

Armand Hammer / No Days Off

Obowhl das Sample in diesem Beispiel eine durchgehende Endlosschleife ist, wird es durch die darüber fließende Stimme in verschiedene Richtungen gezogen. Die Refrains setzen ein, wenn man nicht damit rechnet und der Loop ist ziemlich hypnotisierend. Der ganze Track ist fantastisch und vermittelt eine gewisse Dringlichkeit, selbst vor dem Hintergrund dieses entspannten, leicht verschleppten Beat-Loops.
Sam Hayward

 

Muete / You & Me

Meute ist eine deutsche Techno-Marschkapelle, die Coverversionen aus dem Bereich der elektronischen Musik spielen. Dieses Beispiel ist besonders schmackhaft, da es sich um die Neuinterpretation eines Flume-Tracks handelt, in einer völlig anderen Stimmung. Sehr texturbetont und dynamisch und ganz ohne den Einsatz von Elektronik. Eine schön entspannte Perkussionsgruppe, die direkt hinter dem Beat liegt.
Charles Tetaz

 

Beastie Boys / Finger Lickin’ Good

Was Beats betrifft, ist es einfach das übergreifende Gefühl, die Art und Weise, wie sich die Scratches und die Rufe mit dem Live-Schlagzeuger verbinden. Hinzu kommt die Tatsache, dass es so klingt, als wäre der Track im Keller auf der Innenhülle des Albums aufgenommen worden. Ich kann nicht glauben, dass es mit einem Sequenzer möglich ist, jemals diese Art von Energie zu erreichen.
Phil Chamberlain