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The Bass Station Story

The Bass Station Story

Der originale Bass Station Synthesizer aus dem Jahr 1993 war Novations erster Synth und noch heute nimmt er einen bedeutenden Platz in der Firmengeschichte ein. Dank seiner subtraktiven Synthese mit zwei Oszillatoren und einem unverwechselbar warmen Klang sowie MIDI-Fähigkeiten brachte Bass Station echten analogen Charakter und typische Genre-Sounds in die Studios und auf Live-Gigs. Bass Station wurde ein großer Erfolg und überzeugt nicht nur durch einen sehr eigenen Klang, sondern auch durch die Möglichkeit, Klänge von anderen angesagten Zwei-Oszillator-Mono-Synths zu reproduzieren.

Gefeiert wurde sie auch, weil sie dem Klang von Rolands TB-303 sehr, sehr nah kam. Dieser Synthesizer spielte eine wesentliche Rolle in der damaligen elektronischen Musik und trug dazu bei, House-Tunes in eine Richtung zu entwickeln, wie wir sie heute noch kennen. Insgesamt wurden von der 303 nur rund 10.000 Stück produziert, sodass die sie schnell zu einem raren und zunehmend teureren Objekt wurde. Bass Station konnte diese Sounds zu einem deutlich geringeren Preis erzeugen und bot zusätzlich auch noch eine substraktive Synth-Steuerung, MIDI sowie eine große Tastatur mit Anschlagdynamik. Bass Station war zudem einer der ersten neuen Analog-Synthesizer, der seit den 1980ern auf den Markt kam. Zu der Zeit wurde analoge Hardware wieder zunehmend beliebter, wie auch Nick Bookman, einer der Bass Station Entwickler noch weiß:

„Analoge Synths waren in den Jahren zuvor zwar im Einsatz, aber Digital-Synthesizer waren deutlich angesagter. Doch dann stiegen plötzlich die Preise für Second-Hand-Equipment an und bestimmte Hardware wurde immer teurer, zum Beispiel die TB-303.“

Für Nick Bockman steht fest, dass der Erfolg der Bass Station aber auch zu einem großen Teil im richtigen Timing begründet war.

„Wir haben damals genau den Bedarf von Musikern getroffen, denn die Kreativen haben damals begriffen, welche Vorteile eine analoge Hardware mit entsprechenden Reglern und Fadern bietet und was es ausmacht, Sounds in Echtzeit verändern zu können.“

1993

Bass Stations typischer Klang basierte auf flexiblen, digital kontrollierten Oszillatoren (DCOs), klassischen Wellenformen und einem warmen, analogen 12 dB-/24 dB-Filter. Durch einen, für die damalige Zeit „modernen“ Kniff bot Bass Station jedoch noch mehr Möglichkeiten: MIDI-Transmission in Echtzeit. Dabei wurden verschiedene Parameterwerte übertragen, sodass Veränderungen daran live erfasst und aufgenommen werden konnten. Zudem ließen sich Parameter auch automatisieren, was nicht nur für den Live-Einsatz, sondern auch im Studio ein echter Vorteil war.

Bass Station war so erfolgreich, dass schnell Lust auf mehr entstand. 1994 kam mit Bass Station Rack eine 19“ Rack-Version auf den Markt, die jedoch deutlich mehr war, als eine Bass Station ohne Tastatur, da sie verschiedene Verbesserungen enthielt. Unter anderem wurde der Speicher vergrößert und ein LCD-Display integriert, um den erweiterten Speicher besser nutzen zu können. Eigene Sounds wurden somit noch interessanter, da man mehr davon abspeichern konnte. Auch die Klang-Kreation erfuhr eine Verbesserung, denn die LFOs konnten zu einer MIDI-Clock synchronisiert werden. Ebenso wurden weitere Parameter über MIDI übertragen. Die Hüllkurven bekamen noch mehr Steuermöglichkeiten und die Ein- und Ausgänge wurden ebenfalls optimiert. Hinzu kamen schaltbare CV- und Gate-Ein- und Ausgänge und ein sehr wichtiger externer Eingang für das Filter. Darüber konnten nun externe Sounds bearbeitet werden. Durch die neue MIDI-Thru-Buchse ließ sich die Rack-Version besonders leicht in ein Rack integrieren.

1994

Als nächste Erweiterung wurde die Super Bass Station vorgestellt, die einen Sub-Oszillator bot, der das Sound-Spektrum noch einmal deutlich erweiterte. Ergänzt wurde der von einem Ringmodulator und einem Generator für Weißes Rauschen, sodass sich noch mehr Klanggestaltungsmöglichkeiten ergaben. Ein analoger Verzerrer und ein analoger Stereo-Chorus zogen nun in die Effektabteilung ein und durch die neue Mixer-Sektion konnten nun komplexe multitimbrale Sounds erstellt werden. Der noch einmal erweiterte Speicher bot einfachen Zugriff auf 150 RAM- und 50 ROM-Sounds – die originale Bass Station hatte lediglich 7 Speicherplätze.

1997

Bass Station – egal in welcher Version - ist bei vielen bekannten Produktionen zu hören und wird von zahlreichen Musikern eingesetzt, darunter Massive Attack, Orbital, Everything Everything, Josh Wink, Nine Inch Nails, Super Furry Animals, Underworld, Apollo 440, RZA (Wu Tang Clan), Radiohead, Jimi Tenor, Laurent Garnier und Sneaker Pimps, um nur einige zu nennen. Heute ist Bass Station ein Klassiker für sich. Die aktuelle Version bietet nun alle Features der „Vorfahren“, ergänzt um weitere Möglichkeiten. Bass Station II ist ein vollständig analoger Mono-Synth mit digitaler Steuerung, sodass sich Patches abspeichern und laden lassen. Das Design entspricht in vielen Details dem Original und auch das originale ‘State-Variable-Filter’ steht bereit, um Sounds seinen unvergleichlich knarzig-kantigen Charakter aufzuprägen. Damit lassen sich eine Vielzahl an analogen Boutique-Mono-Synths klanglich nachempfinden. Doch es gibt noch viele weitere Features - nicht zuletzt ist Bass Station II auch besser für den harten Live-Einsatz gerüstet. Das verbesserte Multimode-Filter bietet nun einen dedizierten Acid-Modus sowie separate Dioden-Leiter-Filter. Dank der neu eingeführten Filter-Frequenz-Modulation durch den Oszillator ist Bass Station II in der Lage, nicht nur Bass- und Lead-Sounds zu produzieren, sondern auch deutlich größeres Klangspektrum abzubilden. Auch die verbesserten Oszillatoren mit den schnelleren und besseren LFOs tragen ihren Teil dazu bei. Ein integrierter Arpeggiator sowie der 32-Step-Sequenzer erweitern die Live-Performance-Möglichkeiten und eröffnen – da beide Hände frei sind – völlig neue kreative Wege.

Erfahre mehr über Bass Station II.

 

2013

2018 war das 25. Jubiläum der Bass Station und Novation feierte diesen beeindruckenden Meilenstein mit dem Bass Station II v2.5 Firmware-Update.

Mit dem Update erschienen einige häufig geforderte und bedeutende neue Features für Bass Station II, die die immer noch brennende Leidenschaft des Unternehmens für den Synthesizer und seine Weiterentwicklung verdeutlichten.

Die vermutlich beliebteste Neuerung war der paraphone Modus, über den sich die Tonhöhen von zwei Oszillatoren unabhängig steuern lassen, um zwei Töne gleichzeitig zu erzeugen. Der Modus erwies sich besonders in Kombination mit dem neuen Oszillator-Error-Feature, das analoge Klangschwankungen, zufällige Tuning-Variationen sowie und Microtuning bietet, als äußert vielseitig. Microtuning umfasst fünf verschiedene Tuning-Tabellen, über die der Benutzer die Zuordnung der Tonhöhen zu den Tasten ändern kann.

Das Retriggering von Hüllkurven war ein weiteres einschneidendes Upgrade, das es erlaubte, die Amp- und Mod-Hüllkurven der Bass Station II nach der Decay-Phase neu zu starten, um eine zyklische Modulation im LFO-Stil zu erzeugen. Und schließlich wurde auch eine mit dem Filter-Tracking verknüpfte Cutoff-Frequenz zur Kontrolle der Tonhöhe eingeführt. So ließ sich ein klarerer Klang auch bei Tonhöhenanstiegen erzeugen.

So war das v2.5 Firmware-Update sowohl in Sachen Klang als auch Vielseitigkeit ein unvergessliches Upgrade für die Bass Station II.

Bass Station 2018

2019 haben wir das Update der Bass Station II Firmware v4.14 veröffentlicht, welches in direkter Zusammenarbeit mit der elektronischen Musiklegende Richard James, alias Aphex Twin, zustande kam.

James wandte sich an uns mit dem Konzept, jeder Note von Bass Station II ein separates Set von Syntheseparametern zuweisen zu können, entweder Variationen eines "Seed"-Patches oder unterschiedliche Klänge, die ein chimäres Ganzes bilden sollten. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und so stellten sich unsere Ingenieure der Herausforderung, diese Vision zu verwirklichen. Das architektonische Ergebnis war der AFX-Modus, bei dem alle Bass Station II-Patches auf Key-by-Key-Basis modifiziert werden konnte, um subtile Änderungen auf der Tastatur herbeizuführen; das ermöglicht die Unterteilung der Tastatur in mehrere Zonen, wobei jede ihren eigenen Sound spielt. Zudem können komplette Drum-Kits in einem einzigen Preset erstellt werden. Der AFX Mode ist ein wirklich inspirierendes System und hat der Bass Station II eine völlig neue Welt der Sounddesign- und Performance-Optionen eröffnet.

Darüber hinaus hat die Firmware v4.14 eine Benutzersteuerung der Hüllkurvenhaltelänge und der Retrigger-Zählung, die Möglichkeit zum Verstimmen des Sub-Oszillators und die Abweichung der Oszillator 2-Gleitzeit relativ zu Oszillator 1 für interessante Portamento-Effekte eingeführt. Das bisher radikalste Update von Bass Station II, Firmware v4.14, hat die Messlatte vor allem durch den AFX-Modus erneut erhöht.

v4.14 Image