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Synth Snackables

Einführung Synth Snackables // Peak: Legowelt

Für unsere erste Sitzung für Synth Snackables enthüllt Legowelt einige besonders hilfreiche und informative Tipps, mit denen du unseren achtstimmig polyphonen Synthesizer noch besser nutzen kannst: Peak. 

Unsere Synth-Snackables-Reihe lädt dich in die Studios talentierter und kompetenter Künstler ein. Sie zeigt dir Tipps, ausgefeilte Techniken und einfallsreiche Ansätze für das Erstellen von Synthesizer-Patches.

Für unsere erste Synth-Snack-Session verbrachten wir einen Tag mit dem niederländischen Künstler Legowelt, dessen immenser musikalischer Sprachschatz unterschiedlichste Welten umschließt – mal real, mal imaginär. Dabei sind seine Klänge und Produktionen auf einzigartige und faszinierende Weise ausgestaltet und ziehen den Zuhörer in ihren Bann. Seine umfassenden Produktionskenntnisse in Theorie und Praxis hat er in fünf kurze Tipps kondensiert, mit denen du die Grenzen von Peak erweitern kannst.

Zwischenüberschrift: Peak – mehr Spaß mit Hüllkurven

„Bemerkenswert an Peak ist, dass sich beide Hüllkurven frei zuweisen lassen“ – Legowelt

 


 

Legowelt erklärt, dass eine negative Hüllkurvenmodulation im Wesentlichen dem „Umkehren“ der Hüllkurve entspricht. Er zeigt, wie du mit dieser Funktion „federnde“, organisch klingende Effekte erzeugen kannst. So weist er dem analogen Filter sowohl eine positive als auch eine negative Modulation für die Hüllkurve zu und erreicht so eine Filterhüllkurve mit acht Segmenten, die gleichermaßen spannend und ungewöhnlich klingt, während beide Elemente um die Kontrolle kämpfen.

"Hier kannst du wirklich tief eintauchen." Über das Menü versetzt Legowelt einzelne Hüllkurven in den Loopmodus. Dazu steuert er die Wiederholungs- und Haltezeit, um die ADSR-Funktionalität der Hüllkurve zu erweitern. So erhält er eine flüssige und detailliertere Bewegungssteuerung der Filterhüllkurve. Durch Experimentieren, Spielen und Zuweisen der Hüllkurven zu anderen Parametern setzt Legowelt weitere Möglichkeiten von Peak frei.

 

 

Zwischenüberschrift: Peak als Drumcomputer nutzen

"Wirklich besonders an Peak ist die Möglichkeit, eine Klaviatur für unterschiedlichste Modulationen zu nutzen" – Legowelt

 


 

Legowelt zeigt, wie du mit Peak schnell ein Drumkit erstellen kannst, indem du die Filterresonanz aufdrehst, die Modulationsintensität umkehrst und über die SL MkIII-Klaviatur steuerst. In den unteren Oktaven erzeugt Legowelt Bässe, während er Snares und Hihats in den höheren Oktaven mit variablem Rauschpegel realisiert.

"Nun haben wir dieses Schlagzeug und es gibt eine Menge lustiger Dinge, die wir damit tun können." Legowelt nutzt den Arpeggiator, um einen Rhythmus zu starten und setzt Peak dabei wie eine Drum-Maschine ein. Das Hinzufügen von Verzerrungen, Nachhall und das Verändern der Filterhüllkurve ermöglichen auf einfache Weise, „einzigartige Drumsounds“ zu erzeugen. Mit einem Delayeffekt bringst du Groove in den Drumloop. Ergänze nun eine „hypnotische Technomelodie“, indem du die Oszillatoren verstimmst und Filter-Overdrive ergänzt – Legowelt erstellt hier einen ambitionierten Drumloop, der sich organisch verwandelt und so beweist, wie dieser Tipp für jedes Live-Setup von grundlegender Bedeutung sein kann.

 

 

Zwischenüberschrift: Peak als Drehleiher

"Cool an Peak ist, dass das Gerät feste Notenwerte für die Oszillatoren bietet" – Legowelt

 


 

Ausgehend von der Basis einer Drehleiher versetzt Legowelt Peak in den monophonen Modus und nutzt die Funktion für feste Notenwerte, um dieselbe Note mit zwei Oszillatoren zu spielen. Mit dem freien dritten Oszillator lassen sich nun höhere Noten spielen. So zeigt Legowelt, wie du schnell „lustige“ mittelalterliche Drones erstellen kannst.

"Natürlich können wir es noch deutlich interessanter gestalten." Legowelt erzeugt Klangbewegungen über Filterhüllkurven, fügt ergänzend mehrere LFO-Modulationen hinzu und weist den beiden Oszillatoren eigene Tonhöhenbereiche zu. Er zeigt, wie du, aufbauend auf dem Klangkonzept einer Drehleier, historisch inspirierte Melodien erstellen kannst.

 

 

Peak: Delayeffekt als Looper nutzen

"Peak bietet einen wirklich schönen Delayeffekt" – Legowelt

 

 

Legowelt empfiehlt, mit einem rhythmischen Sound zu beginnen, um ein Gefühl für den Groove, den Rhythmus und das Timing zu bekommen. Anschließend fügt er einen Delayeffekt auf einem kurzen Stakkato-Bass hinzu – bei gleichzeitiger Maximierung von Ausgangspegel, Verzögerungszeit und Feedback, um den Loop-Effekt zu starten. Mit Intuition und Spontanität zeigt er, wie man durch das Ergänzen von LFO, Akkorden, Melodien, Effekten und weiteren Elementen eine sich ständig fortentwickelnde Klanglandschaft erschafft.

Legowelt erklärt weiter, dass man mit diesem Tipp keinen Endlos-Looper erhält, weil alte Sounds im Laufe der Zeit durch neue ersetzt werden. „Das funktioniert auf wirklich schöne Art und Weise, fast wie eine Bandschleife, die sich langsam auflöst.“ Mit diesem Tipp lassen sich unendlich viele Layer übereinander schichten, sodass du ganze Tracks in Echtzeit erstellen kannst.

 

 

Peak: drei Obertöne der Oszillatoren

"Du kannst die Tonhöhe jedes Oszillators in Noten stimmen" – Legowelt

 


 

Als wesentlichen Synthesizer-Tipp zur Erzeugung harmonischer Klänge hebt Legowelt die Verstimmung der einzelnen Oszillator-Tonhöhen über die Coarse-Funktion hervor, um beispielsweise Molldreiklänge zu erzeugen. Nur indem er andere Tasten polyphon spielt und den Klang über die Hüllkurven öffnet, kreiert er intensive, verträumte Klanglandschaften.

"Ich habe noch nicht einmal die Wellenformen geändert, obwohl Peak hiervon eine erstaunliche Anzahl offeriert." Legowelt zeigt, wie du Akkorden Fülle und Tiefe verleihen kannst, indem du die Wellenformen der Oszillatoren veränderst und LFO-Modulationen ergänzt. Er zeigt zudem einen fortgeschrittenen Tipp, bei dem zwei Oszillatoren derart verstimmt werden, dass sie unabhängig voneinander spielen – eine effektive Methode, um akustische Instrumente zu simulieren und harmonischen Charakter zu ergänzen.

 

Legowelts Stil basiert auf seiner unerschütterlichen Liebe zu Hardware – alt, neu oder auch völlig verrückt. Er spielt den ganzen Tag mit Musik und Klängen. Dabei decken seine Produktionen den Bereich von knackigem, modernem Techno bis hin zu rasendem Elektro und intensiven Electronica-Tracks ab – sogar Genres, für die es noch nicht einmal einen Namen gibt. Die Patches aus dieser Synth-Snack-Session stehen allen Besitzern von Peak und Summit als kostenlosen Download über die App Novation Components zur Verfügung.